Wenn ich heute an unsere WG denke, ist sie ein Kontinent für sich, wir waren die Entdecker, wir bauten eine Hochkultur auf mit eigener Sprache und eigenen Gesetzen, dann führten wir sie in den Untergang. Dass die Zeit an der Zederstrasse begrenzt sein würde, wussten wir von Anfang an. Eines Tages wohnen wir alle zusammen in einem grossen Haus, sagten wir immer, wenn die Endlichkeit anklopfte. Der gemeinsame Traum war unser Trost.
Dreißig Jahre später könnten die Freunde so ein Haus kaufen. Ja sogar das, in dem sie zusammengefunden haben. Doch die Träume der einstmals Zwanzigjährigen passen nicht mehr so richtig zu den Menschen, die sie heute sind.